Magnetfischen mit Magnetodon

Schon länger schlummerte in mir der Wunsch, die umliegenden Gewässer mittels eines starken Magneten von versunkenen Schätzen zu befreien. Wie es der Zufall dann so will, erwähnte ein Freund von mir bei einem Besuch, dass er über einen solchen Magneten verfüge. Da wir ja ohnehin mal wieder etwas miteinander machen wollten, war nun auch klar, was wir machen wollten. So verabredeten wir uns einige Tage später, um an einem nahe gelegenen See einen Klotz aus Neodym-Eisen-Bor an einer langen Schnur in die Tiefe gleiten zu lassen. Wir spekulierten ausgiebig über den weitern Verlauf des Abends, von der Übergabe diverser Mordwaffen an die Polizei über die Bergung von Tresoren bis hin zur Erweckung prähistorischer Kreaturen, die am Grunde des Sees schlummern könnten. Mein Begleiter hatte sich kurz zuvor den Film Meg reingezogen, was unserer Fantasie einen zusätzlichen Schub gegeben haben könnte. Seit heute ist er daher in Magnetfischerkreisen bekannt unter dem Pseudonym „Magnetodon“.

Die Erwartungen an die zu Tage geförderten Schätze waren also groß, doch der erste Zug brachte noch nicht allzuviel zu Tage:

2 Kronkorken und ein paar offensichtlich ferromagnetische Steine

Wir fischten weiter bis uns irgendwann der erste große Coup gelang: die erste Münze, also echtes Geld klebte am Magneten. Unsere Freude kannte keine Grenzen und so angelten wir weiter bis wir auf einen stattlichen Betrag von 11 Cent kamen. Da man sein Glück nicht gleich herausfordern sollte, beschlossen wir es an dieser Stelle mit der geborgenen Summe gut sein zu lassen und suchten noch eine andere, nicht weniger vielversprechende Stelle auf. Hier kamen dann aber leider nur ein paar Steine, Nägel, die wohl überall beheimateten Kronkorken und ein Angelhaken zum Vorschein. Aufgrund des fortschreitenden Abends und mangels ausreichender Beleuchtung (Magnetodon hatte es nicht für notwendig gehalten, nachts eine Lampe mit zu nehmen…) ließen wir es mit dem Angeln gut sein.

Wir ließen den Abend (der sicher nicht der letzte seiner Art bleiben darf) bei ein paar kühlen Drinks und dem Schwelgen in alten Zeiten ausklingen und freuten uns über den Dienst, den wir der Natur geleistet hatten. Gerne wieder.

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