Highway to Hell

Aufgrund einer persönlichen Empfehlung, die ich vor einiger Zeit vom Geocacher da_asic bekommen hatte, wollte ich den nahe Ulm gelegene „Highway to Hell“ machen. Es handelt sich um einen Rätselcache, dessen Finaldose sich fast 2 km in einem (geduckt) begehbaren Kanalschacht befindet. Mitstreiter für dieses Vorhaben waren schnell gefunden: 18Tom60 und TheRealJoschi wollten sich mit mir auf die Reise in den Untergrund machen und sich der Challenge „Rückenschmerzen“ stellen.

Das vorgelagerte Rätsel überließ ich natürlich der Knobelfraktion. Irgendwann hatte Joschi dann die richtigen Koordinaten parat und wir konnten die doch immerhin knapp über 100 km Reise in Angriff nehmen. Heute war es dann endlich soweit.

Aufgrund der langen Anreise entschieden wir uns für einen frühen Feierabend mit direkter Fahrt Richtung Ulm. So hatten wir vor Ort auch etwas mehr Zeit und entschieden uns dafür, zuerst einen nahe gelegenen gut bewerteten Kurzmulti und dann noch eine nahe gelegene Angel-Cache Runde zu absolvieren. Diese stellte uns dank der von Tom mitgebrachten Ausrüstung vor (fast) keine Probleme.

Nach erfolgreicher Bergung aller Angelcaches sollte es dann nun los gehen in den Untergrund. Und hier wartete auch schon die nächste Herausforderung auf uns. Um den Eingang zu finden mussten wir von der per Rätsel ermittelten Position aus gen Westen peilen und sollten dann in einer definierten Entfernung den Eingang finden. Statt zu peilen, gaben wir uns jedoch mit einer groben Richtungsschätzung zufrieden und machen uns auf den Weg. Wir irrten etwas im potentiellen Zielgebiet herum, konnten aber leider keinen geeigneten Zutritt zur Unterwelt finden. Nach einem Wechsel auf die andere Seite der nahe gelegenen Brücke lief es nicht besser und ich rang mich zu einem kurzen Anruf bei da_asic durch. Der ging zum Glück gleich ans Telefon und gab uns den entscheidenden Hinweis. Also wieder zurück auf die andere Seite und Zack: Zugang gefunden.

Der Eingang zur Hölle

Da standen wir also vor einem Tunnel, der einfach nur ins Dunkle führt und aus dem ein kleines Rinnsal ans Tageslicht heraustrat. Also Stirnlampen an, GoPro an (Video hier) und rein da. In gebückter Haltung wateten wir durch den flachen Strom aus herauslaufendem Regenwasser (hoffentlich Regenwasser!!!). Wir hatten keine Ahnung wie weit wir müssen oder nach was wir wirklich suchen sollten. Nach etwa 100 bis 200 m fanden wir an der Wand eine Unregelmäßigkeit, die unter UV Licht verriet, dass wir ab hier 1400 m weiter in den Untergrund, dann rechts abbiegen und nach 50 m am Ziel sein würden. Meine begleitenden Sissis Kollegen sparten nicht mit „Echt jetzt?“ und „Was, so weit?“ Kommentaren, wollten aber dennoch nicht umsonst 100 km von daheim entfernt mit Gummistiefeln um halb zehn Uhr Abends in einem Kanalrohr stehen. So ging es in immer noch gebückter Haltung die fast 1,5 km weiter, vorbei an Fröschen und Regenwürmern bis wir an genannter Abzweigung ankamen. Hier verkleinerte sich der Tunnel zu einem Rohr mit etwa 75 cm Durchmesser. Also auf die Knie und weitere 50 m in dieser einladenden Umgebung. Wie groß war da die Freude, als wir schließlich die Dose in unseren Händen hielten. Nur, wie geht das Mistding denn jetzt auf? Da das ganze nicht nach kompliziertem Mechanismus sondern eher nach „das ist halt fest zugedrückt“ aussah, Überließen wir nach unseren kläglich gescheiterten Lockerungsversuchen Tom die Dose, der sie dann glücklicher Weise auch zerstörungsfrei zur Herausgabe des Logbuches bewegen konnte.

Noch 50 m

Noch größer als die beim Erreichen der Dose verspürte Freude war nur die Vorfreude, die 1,5 km nun noch mal in Glöckner-von-Notre-Dame Haltung zu absolvieren um endlich wieder am normalen gesellschaftlichen Leben (gemäß Corona-Richtlinien) teilhaben zu können. Auch dies war aber bald geschafft und wir dankten Gott, dass wir alle voraussichtlich bald unsere Familien wieder sehen können.

Der Gang durch den Tunnel war ein echter Highway to Hell und ich gehe von einer mindestens 80%igen Vergebung meiner Sünden aus, nachdem ich diesen Büßergang hinter mich gebracht habe.

Der Owner muss definitiv Hobby-Sadist, Orthopäde auf Kundenfang oder ein rachelustiger Kleinwüchsiger sein. Trotzdem eine sehr coole Location für einen Cache. In diesem Sinne: TftC

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